St. Eligius-Kirche

Liebe Besucherinnen, liebe Besucher,

wir begrüßen Sie ganz herzlich hier in der    St. Eligius-Kirche in Hattendorf.
Die Kirchengemeinde Hattendorf liegt im östlichen Teil des Auetals zwischen den Bückebergen, dem Süntel und dem Wesergebirge. Zu unserer Kirchengemeinde gehören 10 Dörfer und zwar die Ortschaften: Raden, Antendorf, Hattendorf, Langenfeld, Escher, Rehren, Westerwald, Altenhagen, Schoholtensen und Kl. Holtensen sowie die Güter Nienfeld, Südhagen und Wormsthal.

Über die Geschichte unserer Kirche läßt sich vieles nur vermuten.
St. Eligius ist wohl die älteste Kirche hier im Auetal; wir gehen davon aus, dass erste Bauabschnitte im 12. Jahrhundert errichtet wurden. Benannt wurde unsere Kirche nach Eligius von Noyon (590-659), dem Goldschmied, Missionar und späterem Bischof von Noyon.

Jeweils auf den Schlußsteinen der Säulen sind ein Lamm mit der Kreuzfahne, das Schaumburger Nesselblatt und der heilige Eligius mit Hammer und Zange zu sehen.

In eine spezifische Bauepoche läßt sich diese Kirche nicht einordnen, auffallend ist aber die Form einer Kreuzkirche. Von der ursprünglich romanischen Anlage ist nur noch das nördliche Kreuzschiff (nach Kl. Holtensen zeigend) vorhanden. Etwa Anfang des 16. Jahrhunderts sind das zweischiffige Langhaus, die Sakristei und der Chor errichtet worden, die der Kirche die Form gaben, die uns heute bekannt ist.

Der rechteckige Turm auf der Westseite hat während des 30-jährigen Krieges, im Jahr 1642, seine Feuertaufe erlebt. Mit starken Metallankern haben Baumeister nach dem verheerenden Brand versucht, den Einsturz des verbliebenen Turmes zu verhindern, mit Erfolg.

Eines der schönsten Kostbarkeiten in unserer alten, ehrwürdigen Kirche ist das große Holzkruzifix mit einem etwa 2,30 m großen Korpus. 1905 lag dieses Holzkreuz noch auf dem Kirchenboden. Pastor Sommerlath ließ das Kreuz 1913 wieder im Turm aufstellen. Es erinnert den Besucher an das Fundament des christlichen Glaubens, an die Versöhnungstat Christi am Kreuz von Golgatha.

Den Altarraum beherrscht ein reich ausgestalteter Altar. Im Altartisch befindet sich die Jahreszahl 1516 und der Name des Baumeisters Hans Wite. Der Altaraufsatz mit der Darstellung des Heiligen Abendmahls wurde 1603 von der Familie von Landsberg, den früheren Feudalherren auf Wormsthal, gestiftet. Das Bild wurde zuletzt 1991 restauriert.

Neben dem Altar steht der 1,17 m hohe sechseckige Taufstein aus dem
16. Jahrhundert. Er ist abwechselnd mit Wappen und mit Reliefs geziert; Geburt, Auferstehung Jesu und Jesus als Kinderfreund. Am Sockel des Steins befinden sich Brustbilder der vier Evangelisten. Die Kirchenfenster stammen hingegen aus dem Jahr 1921.

Zur selben Zeit, als die Fenster eingesetzt worden sind, entdeckte und restaurierte man Malereien an Wänden und Decke. Zu diesen erneuerten Kunstwerken gehören auch die zwölf Apostel, die links und rechts an den Wänden des Altarraumes zu sehen sind. Sie stammen wohl aus dem letzten Jahrhundert.

Das Geläut der St. Eligius-Kirche besteht aus zwei Glocken.
Die Ältere wurde 1649 angefertigt und hat einen Durchmesser von 1,15 m . Sie trägt die Inschr
ift:

ICH HEISS EIN GLOCKE UND HENGE IN TORNE UND RUFE MIT MEINER STIMME IN EWRE OHREN UND WENN IHR HÖRET MEINEN KLANG SO SCHICKET EUCH ZUM KIRCHGANG UND HÖRET MIT FLEIS GOTTES WORT DA IHR SELIG WERDET HIER UND DORT.

Die zweite Glocke wurde 1690 gegossen. Sie war etwas kleiner und musste im 1. Weltkrieg abgeliefert werden.
 

Ihnen wird sicherlich schon aufgefallen sein, dass uns eine der Glocken heute als Lesepult dient. Das Geläut wurde 1924 durch diese Glocke wieder vervollständigt, die sie hier sehen. Sie wurde 1971 vom Turm herabgelassen und trägt folgende Inschrift:

1925 GESTIFTET VON FREIHERRN VON HAMMERSTEIN-LOXTEN UND FREIFRAU CAROLA VON HAMMERSTEIN-LOXTEN GEB. VON ALTEN

WEIHNACHTEN 1924

ICH LÖSE DIE EHERNE GLOCKE AB „1924“ DIE DEM VATERLAND MAN ZUM OPFER GAB (1690-1917) UND KÜNDIGE KIND UND ENKEL DIE LEHR; VERLIER DEINEN GOTT NIE UND DEINE EHR.

PSALM XIV: KOMMT HINZU LASST UNS DEM HERRN FROHLOCKEN UND JAUCHZEN DEM HIRT UNSERS HEILS.
 

Die jetzige zweite Glocke wurde 1972 geliefert mit folgender Inschrift:

 

HILF UNS HERR IN ALLEN DINGEN, DASS WIR UNSER AMT UND WERK WOHL ANFANGEN UND VOLLBRINGEN GIB UNS WEISHEIT, KRAFT UND STÄRK.OHNE DEINE SEGENSHAND IST VERLOREN STAND UND LAND.

Wie schon gesagt; Generationen haben an unserer Kirche gebaut. 1958/59 erfolgte die letzte große Renovierung. Dabei wurde das gesamte Gestühl entfernt, Heizung in den Fußboden verlegt, die Emporen im Hauptschiff und die Orgel von ihrem ursprünglichen Platz (zum Teil vor den Fenstern) entfernt und dort errichtet, wo sie heute noch ihren Zweck erfüllen.

An der nördlichen Chorwand lehnt sich die Sakristei an. Mitten auf dem Altar lag eine sehr alte wertvolle Bibel, die bei einem Einbruch in der Nacht vom 31.08/01.09.1986 gestohlen wurde. Das Holzkreuz über dem Altar stammt aus dem 19. Jahrhundert.

Gleich rechts neben der Tür sehen Sie eine Holztafel, auf der alle Hattendorfer Pastoren seit 1559 genannt werden.

Besichtigen können Sie unsere Kirche jeweils sonntags eine ½ Stunde vor Beginn des Gottesdienstes oder nach Rücksprache mit dem Pfarrbüro.

 

Pfarrbüro der
Ev.-luth. Kirchengemeinde Hattendorf
Im Kloster 3
31749 Auetal OT. Hattendorf
Tel.: 05752-92057